Verkehrsstrafen in Island

Ana Sayfa /Makaleler /Verkehrsstrafen in Island
29.08.2026 Hukuk

Verkehrsstrafen in Island

Verkehrsstrafen in Island: Bußgelder, Punkte und rechtliche Verfahren

Wer in Island mit dem Auto unterwegs ist, sollte die dort geltenden Verkehrsregeln genau beachten. Besonders Geschwindigkeitsüberschreitungen werden regelmäßig kontrolliert und können neben Geldbußen auch zu Punkten und zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Dies gilt sowohl für Einwohner als auch für ausländische Fahrer und Touristen.

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich insbesondere aus den isländischen Verkehrsgesetzen und den dazugehörigen Vorschriften über Bußgelder und sonstige Sanktionen. Die isländische Polizei stellt außerdem einen offiziellen Rechner zur Verfügung, mit dem verschiedene Verkehrsverstöße und mögliche Sanktionen überprüft werden können.

1. Geschwindigkeitsbegrenzungen in Island

Die allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in Island relativ einfach strukturiert. Innerhalb geschlossener Ortschaften gilt grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Auf Schotterstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften beträgt die allgemeine Grenze 80 km/h, während auf asphaltierten Straßen außerhalb von Ortschaften grundsätzlich 90 km/h erlaubt sind. Verkehrsschilder können jedoch niedrigere oder in gesetzlich vorgesehenen Fällen andere Höchstgeschwindigkeiten festlegen.

Die Fahrer müssen ihre Geschwindigkeit außerdem stets an die Straßen-, Wetter- und Verkehrsverhältnisse anpassen. Eine zulässige Höchstgeschwindigkeit bedeutet daher nicht automatisch, dass unter allen Umständen mit dieser Geschwindigkeit gefahren werden darf.

2. Geschwindigkeitsüberschreitungen und Bußgelder

Geschwindigkeitsüberschreitungen gehören zu den häufigsten Verkehrsverstößen in Island. Die Höhe der Geldstrafe hängt unter anderem davon ab, wie stark die zulässige Geschwindigkeit überschritten wurde.

Die isländische Polizei verwendet hierfür einen offiziellen Bußgeldrechner. Je nach Verstoß können zusätzlich zu einer Geldstrafe auch Strafpunkte oder ein zeitweiliger Entzug der Fahrerlaubnis hinzukommen. Bei besonders schweren Geschwindigkeitsüberschreitungen kann die Polizei den Führerschein unmittelbar einziehen.

Die gesetzlichen Vorschriften sehen für bestimmte Verkehrsverstöße Geldbußen von bis zu 500.000 ISK vor. Bei bestimmten Verstößen können zusätzlich Maßnahmen gegen die Fahrerlaubnis verhängt werden.

3. Geschwindigkeitskameras

Island verwendet automatische Geschwindigkeitskameras. Diese Kameras befinden sich insbesondere an Stellen, an denen Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Verkehrsunfälle häufiger auftreten.

Wird ein Fahrzeug durch eine Kamera erfasst, wird der Verstoß grundsätzlich dokumentiert und die entsprechende Zahlungsaufforderung an den registrierten Halter des Fahrzeugs geschickt.

Bei Mietwagen kann dies für Touristen von besonderer Bedeutung sein. Der Fahrzeughalter beziehungsweise das Mietwagenunternehmen kann zunächst die Benachrichtigung erhalten. Wenn eine andere Person das Fahrzeug gefahren hat, kann die verantwortliche Person gegenüber der Polizei angegeben werden.

4. Strafpunkte im isländischen Verkehrssystem

Neben Geldbußen gibt es in Island ein Punktesystem. Je nach Schwere des Verkehrsverstoßes können ein bis vier Punkte auf dem Führerscheinregister eingetragen werden. Werden mehrere Verkehrsregeln gleichzeitig verletzt, können sich die Punkte entsprechend addieren.

Die Punkte bleiben grundsätzlich drei Jahre im Register und werden danach entfernt. Fahrer mit einem regulären Führerschein erhalten eine Warnung, wenn sie innerhalb von drei Jahren acht Punkte erreichen. Bei einem vorläufigen Führerschein gilt bereits eine Warnschwelle von drei Punkten.

Bei zwölf oder mehr Punkten innerhalb von drei Jahren kann die Fahrerlaubnis entzogen werden. Für Fahranfänger gelten somit strengere Konsequenzen.

5. Weitere häufige Verkehrsverstöße

Nicht nur Geschwindigkeitsüberschreitungen können zu einer Geldstrafe führen. Der offizielle isländische Bußgeldrechner nennt unter anderem folgende Verstöße:

  • Überfahren einer roten Ampel: 50.000 ISK und 2 Punkte
  • Nichtbeachtung anderer Verkehrszeichen: 20.000 ISK
  • Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung: 20.000 ISK und 1 Punkt
  • Nichtbeachtung des Überholverbots: 20.000 ISK und 1 Punkt
  • Nichtbenutzung des Sicherheitsgurtes: 20.000 ISK und 1 Punkt
  • fehlende Sicherheitsvorrichtung bei einem Kind unter 15 Jahren: 30.000 ISK und 1 Punkt
  • bestimmte Verstöße gegen die Vorschriften über Spikereifen: 20.000 ISK pro Reifen.

Die konkrete Sanktion hängt immer vom jeweiligen Tatbestand und den geltenden Vorschriften ab.

6. Zahlung einer Verkehrsstrafe

Wer in Island einen Strafzettel erhält, bekommt grundsätzlich eine entsprechende Mitteilung über Ísland.is oder per Post. Die Zahlungsinformationen werden außerdem an das Online-Banking übermittelt.

Ein wichtiger Vorteil besteht darin, dass bei einer fristgerechten Zahlung grundsätzlich ein Rabatt von 25 % gewährt wird, wenn die Geldstrafe innerhalb von 30 Tagen bezahlt wird. Unter bestimmten Umständen kann die Strafe auch unmittelbar gegenüber dem Polizeibeamten bezahlt werden.

Bei bestimmten Verkehrsverstößen kann keine Ratenzahlung vereinbart werden. Nicht bezahlte Forderungen können später zwangsweise eingetrieben werden. Dazu können beispielsweise Vermögenspfändung oder andere Vollstreckungsmaßnahmen gehören.

7. Wenn eine andere Person gefahren ist

Bei Mietwagen oder gemeinsam genutzten Fahrzeugen kann es vorkommen, dass der registrierte Fahrzeughalter eine Verkehrsstrafe erhält, obwohl eine andere Person gefahren ist.

In einem solchen Fall sollte die Strafe nicht einfach vom falschen Empfänger bezahlt werden. Die Polizei muss darüber informiert werden, wer das Fahrzeug tatsächlich geführt hat. Nach Prüfung kann die Verantwortung für die Geldstrafe auf den tatsächlichen Fahrer übertragen werden.

Für Touristen ist es daher besonders wichtig, Mietverträge und Informationen über den tatsächlichen Fahrer aufzubewahren.

8. Einspruch gegen einen Strafzettel

Wer der Auffassung ist, dass eine Verkehrsstrafe zu Unrecht verhängt wurde, kann dagegen schriftlich Einspruch einlegen. Der Einspruch sollte möglichst schnell erfolgen, um zusätzliche Gebühren oder Vollstreckungsmaßnahmen zu vermeiden.

In der Stellungnahme sollten unter anderem der Name, die Kontaktdaten, das Kennzeichen, die Vorgangsnummer und eine ausführliche Begründung enthalten sein. Beweismittel wie Fotos oder andere Dokumente können ebenfalls beigefügt werden. Der Einspruch ist an die Polizeidienststelle zu richten, die den Strafzettel ausgestellt hat.

9. Verkehrsverstöße ausländischer Fahrer

Auch ausländische Fahrer müssen die isländischen Verkehrsvorschriften einhalten. Die Tatsache, dass ein Fahrer seinen gewöhnlichen Wohnsitz nicht in Island hat, schützt nicht vor einer Geldstrafe.

Gerade bei Mietfahrzeugen können Verkehrsverstöße nachträglich festgestellt werden. Ausländische Fahrer sollten deshalb auch nach der Rückgabe eines Mietwagens auf mögliche Mitteilungen oder Zahlungsaufforderungen achten.

Bei schwerwiegenden Verstößen können neben der Geldstrafe weitere fahrerlaubnisrechtliche Konsequenzen relevant werden.

10. Rechtliche Unterstützung durch cosmos legal Cabinet juridique

Verkehrsverstöße sind nicht immer mit der einfachen Zahlung eines Strafzettels erledigt. Insbesondere bei hohen Geldbußen, einem drohenden Führerscheinentzug, mehreren Verkehrsverstößen oder Streitigkeiten über die Identität des Fahrers kann eine rechtliche Prüfung sinnvoll sein.

cosmos legal Cabinet juridique kann bei der rechtlichen Orientierung in solchen Fällen unterstützend tätig werden. Dies kann insbesondere für ausländische Fahrer relevant sein, die mit den isländischen Verkehrs- und Verwaltungsverfahren nicht vertraut sind.

Fazit

Das isländische Verkehrsstrafensystem verbindet Geldbußen mit einem Punktesystem und möglichen Maßnahmen gegen die Fahrerlaubnis. Besonders Geschwindigkeitsüberschreitungen werden durch Polizeikontrollen und automatische Kameras überwacht. Die allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten liegen typischerweise bei 50 km/h in Ortschaften, 80 km/h auf Schotterstraßen und 90 km/h auf asphaltierten Straßen außerhalb von Ortschaften.

Wer einen Strafzettel erhält, sollte die Zahlungsfrist beachten, da bei Zahlung innerhalb von 30 Tagen grundsätzlich ein Rabatt von 25 % möglich ist. Ist die Strafe aus Sicht des Betroffenen falsch, besteht die Möglichkeit, schriftlich Einspruch bei der zuständigen Polizeidienststelle einzulegen.

Für ausländische Fahrer und insbesondere Touristen empfiehlt es sich, Verkehrsverstöße nicht zu ignorieren. Bei größeren Geldbußen oder drohendem Führerscheinentzug kann eine frühzeitige rechtliche Beratung helfen, die eigenen Rechte und Handlungsmöglichkeiten zu beurteilen.

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